Ein Kreis beginnt sich zu schliessen...

Es fühlt sich nicht so an, jedoch ist es ziemlich genau ein Jahr her seit ich das letzte Mal etwas geschrieben habe. Wenn ich dieses letzte Mailing so lese, passt es auch jetzt wunderbar in diese Zeit. So erlaube ich mir, Dir hier nochmals ein paar Zeilen davon zum lesen zu geben:

 

Novembertage. Licht & Schatten. Die Schleier sind dünn.

Dieses ver-rückte Jahr neigt sich dem Ende zu, die Erde dreht sich langsam in die dunkle Jahreszeit. Ein Kreis beginnt sich zu schliessen. Es ist die Zeit sich allmählich zurückzuziehen und erneut die Kraft in die Wurzeln zu ziehen. Die Natur macht es uns vor. Was im nächsten Frühling blühen soll, muss jetzt in die Erde, also dahin wo es dunkel ist. 

Dieser Rückzug bedeutet für mich auch dass ich wieder mehr nach Innen schaue, hin zu dem was tief verborgen ist. Das kann Schönes & Kostbares sein und auch manches was ich gar nicht toll finde, nicht wahrhaben will und ablehne. Ich begegne den ungeliebten Anteilen meiner Lebendigkeit und das fühlt sich oft auch sehr schmerzhaft an. 

Wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt, sieht sich von zwei Seiten, und damit kommt er in die Mitte. C.G.Jung

Was mir dann helfen kann meine Perspektive und Wahrnehmung zu verändern, ist mich zu verbinden, den Atem als Anker zu nehmen um so in meinem inneren stillen Raum anzukommen. In der Mitte, im Auge des Hurrikans, in der Nabe des Rades, an diesem Punkt wo es immer Still ist. Vielleicht ist das auch der Raum den Rumi beschreibt: Jenseits von richtig und falsch existiert ein Ort, dort begegnen wir uns. 

Wenn ich das alles dann liebevoll und auch mit Humor betrachte, kann auch mein Schmerz zu einer wichtigen Erfahrung werden, meine eingefahrenen Gedanken können sich lösen und zu neuen Erkenntnissen führen, vielleicht sogar in eine Dimension des tieferen Wissens.

 

Es passt obwohl ein Jahr dazwischen liegt, nicht wahr? Für mich ist das Leben nicht linear, es geht nicht um weiter, schneller, besser grösser. Für mich bewegt es sich in Kreisen, wie Rilke so schön sagt "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen..." wie eine Spirale.

Ich muss nichts erreichen, niemand werden...ich kann nur auf meinem Weg immer wieder üben, diesen inneren Raum zu entdecken und darin die Erfahrung zu machen, ich bin nicht alles, ich bin nicht nichts. Ich bin.

 

So lasst uns weiter atmen, lieben, verbinden, Brücken bauen.

Jenseits von richtig und falsch. Um so dem Verbindenden, nicht dem Trennenden mehr Energie zu schenken.

 

aus der Mitte & von Herzen 

 

Jenseits von Richtig und Falsch existiert ein Ort - dort begegnen wir uns.

Rumi